Freitag, März 13, 2026
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Raubwildjagd im Hegering 8

Frestedt 
Annelene Spill 

Der Hegering 8 hatte seine Mitglieder zu einer gemeinsamen Raubwildwoche eingeladen. Am Abschlusstag fand eine gemeinsame Jagd auf das Raubwild in fast allen Revieren des Hegering 8 statt. 

Für Hegeringleiterin Jennifer Stoffers war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Sie endete mit einem harmonischen Zusammensein in Frestedt.

Es gibt gute Gründe, das Raubwild konsequent zu bejagen. Davon ist nicht nur Hegeringleiterin Jennifer Stoffers überzeugt. “Wir müssen unser Niederwild schützen“, betont die engagierte Jägerin. Mit dem Erlegen von Fuchs, Dachs und allen Marderarten wird das einheimische Niederwild erhalten.  Da das Raubwild auch in unserer Region kaum natürliche Feinde hat, ist es umso wichtiger es zu bejagen. Erstaunlicherweise haben sich nicht nur die genannten Raubwildarten hier verbreitet, sondern auch die Marderhunde. Sie haben sich aus Asien hier ausgebreitet, erst in Mecklenburg-Vorpommern, jetzt auch in unserem Bundesland. Auch Waschbären breiten sich immer mehr aus. Würden die Jäger da nicht eingreifen, würde sich die Population stark vergrößern. Das würde nicht nur dem Niederwild schaden, sondern irgendwann auch den Haustieren, wie Hühnern, Enten und Gänsen. 

Dabei hat das Niederwild derzeit mit krankheitsbedingten Problemen zu kämpfen. Die Myxomatose, auch Kaninchenpest genannt, hat im letzten Jahr auch die Hasen betroffen. Durch diese stark ansteckende Krankheit, reduzierten sich die Feldhasen in unserer Region erheblich. Das hatte zur Folge, dass fast alle Treibjagden abgesagt wurden. 

„Wir haben erfreut zu Kenntnis genommen, dass sich die Hasen allmählich erholen“, stellte Jennifer Stoffers fest und ergänzt, „auch der Bestand der Fasane sieht gut aus.“  Die Kaninchen haben sich in den letzten Jahren ohnehin rar gemacht, auch bedingt durch die Myxomatose. Die  Raubwildwoche zu veranstalten hat aber noch mehr Gründe. „Wir wollen die Gemeinschaft und den Kontakt unter den Revieren pflegen“, erklärt die Hegeringleiterin. Da die Treibjagden aufgrund der Myxomatose ausgefallen waren, war diese Gemeinschaftspflege noch wichtiger. Zu den Revieren des Hegering 8 zählen die Jagdgemeinschaften aus St. Michaelisdonn sowie Windbergen, Frestedt, Gudendorf, Friedrichshof und Rösthusen. Während der Raubwildwoche wurde das Raubwild in den Revieren bejagt. Am Abschlusstag fand eine gemeinsame Jagd statt. Daran nahmen 20 Jäger teil. Es wurde durch die Reviere Frestedt, Hopen und Windbergen gestreift. „In der Gemeinschaft ist die Bejagung effektiver“, erklärt Jennifer Stoffers und „die Tatsache, dass in den Revieren gleichzeitig gejagt wird ist zudem von Vorteil.“  Zwei Füchse, zwei Marderhunde, zwei Marder, ein Iltis und ein Nutria war die Ausbeute. Neben dem Durchstreifen der Reviere mit Jagdhunden wurden auch Baujagden durchgeführt, vorrangig die Kunstbauten. 

Den Pokal des Hegering 8 für die erfolgreichste Jagdgemeinschaft erhielt das Revier Gudendorf.
Mathias Dreier konnte den Wanderpokal in Empfang nehmen. Die Medaille für den erfolgreichsten Jäger erhielt Hans Lorenz vom Revier Hindorf.

Nach der Jagd gab es in Frestedt ein gemeinsames Beisammensein zum Abschluss mit einem Imbiss. Der Hegering 8 ist mit über 70 Mitgliedern der stärkste Hegering in der Kreisgruppe Dithmarschen-Süd. „Wir haben viele jüngere Jäger in unseren Revieren und heute auch zwei Jungjägeranwärter dabei“, war Jennifer Stoffers sehr erfreut. Nachwuchssorgen hat der Hegering 8 somit kaum. 

Die Bejagung des Raubwildes hat eine jahrhundertelange Tradition, stammt sogar aus dem Mittelalter. Die damals lebenden Menschen waren mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt und verteidigten mit der Erlegung von Füchsen und anderen fleischfressenden Tieren ihre zum Eigenverzehr benötigten Hühner, Gänse, Ziegen, Schafe und Rinder. Die finanziellen Mittel waren bei den meisten Leuten mehr als gering. Somit war das Geflügel rund um das Haus sowie dessen Schlachtung und Verzehr lebensnotwendig.
Der Fuchs unterlag im Mittelalter nicht dem Jagdrecht und durfte, so wie auch Wolf oder Bär, von jedermann getötet werden. Ihm wurde deshalb und auch wegen seines dichten Fells auf jede erdenkliche Weise nachgestellt. Man grub ihn aus seinem Bau aus oder trieb „Reineke“, wie der Fuchs in der Fabel bezeichnet wird, mit rauchendem Feuer aus seiner Behausung. Auch Schlingen oder Netze wurden vor den Röhren positioniert, um seiner damit habhaft zu werden.

Dagegen ist die heutige Raubwildjagd für die Tiere keineswegs qualvoll. Aber auch für die Tollwutbekämpfung ist die Fuchsjagd wichtig. 

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